MINT²KA-Kolloquium 12.11.2019

Im Rahmen des MINT²KA-Projektes laden wir herzlich zu einem weiteren MINT-Kolloquium ein.

Es findet statt am 12. November 2019 von 16.15-17.15 Uhr an der PH Karlsruhe in Raum 2.A123 (Gebäude 2).

Als Vortragender wurde Herr Pitt Hild (PH Zürich) eingeladen, der zu neuen adaptiven Scaffolding-Ansätzen beim Experimentieren in den Naturwissenschaften berichten wird.

Abstract: Adaptives kompetenzbezogenes Feedback beim praktisch-naturwissenschaftlichen Arbeiten

Der Vortrag (45’) liefert einen Überblick über verschiedene Kompetenzaspekte (fachinhaltliche, -methodische, überfachliche sowie Dispositionen der Schüler*innen; siehe Details bei Blömeke et al. 2015) des praktisch-naturwissenschaftlichen Arbeitens in der Schule. Anschlieβend werden dazu passende Scaffolding-Maβnahmen (instructing, feeding back, giving hints, explaining, modeling oder questioning; siehe Details bei van de Pol et al. 2010) auf ihre Wirksamkeit verglichen. Zurzeit gibt es nur wenige naturwissenschaftsdidaktische Studien, die den Einfluss von sogenannten Scaffolds auf Kompetenzen beim praktisch-naturwissenschaftlichen Arbeiten untersuchen (z. B. Arnold et al. 2017; Scheuermann 2018; Wollenschläger et al. 2012). Zudem stehen in den wenigsten Studien Schüler*innen der Haupt-/Realschulen im Fokus. Diese Lücke wird hier versucht zu schliessen. Im Hauptteil des Vortrags wird eine neue Studie zur Wirksamkeit adaptiver Feedbackformen auf die Kompetenzentwicklung von Schüler*innen aus leistungsschwachen Klassen der Jahrgangsstufe 7 vorgestellt (n=149, 44.3 % weiblich). Das Feedback bezog sich hier auf ein validiertes Kompetenzstufenmodell (siehe Gut et al. 2014). Die Ergebnisse der neuen Studie zeigen, dass bei leistungsschwachen Schüler*innen ein signifikanter (statistisch und praktisch) Kompetenzzuwachs stattfindet, wenn sie kompetenzbezogene Rückmeldungen zu ihrem aktuellen Leistungsstand erhielten (how am I going?). Schüler*innen, die nebst diesen rückmeldenden Angeboten noch weitere hinweisgebende Angebote erhielten (where to next?), sowie diejenigen, die nur hinweisgebende jedoch keine rückmeldende Angebote erhielten, konnten ihre Kompetenzen nicht signifikant (bezogen auf Schüler*innen einer Kontrollgruppe ohne Lernunterstützung) verbessern. In der anschliessenden Diskussion (15’) kann der Anschlussfähigkeit und Nützlichkeit des verwendeten Kompetenzmodells für Unterrichtsgestaltung und Individualdiagnostik Rechnung getragen werden (z.B. Bernholt, Parchmann & Commons, 2009).